Schreiben

10 Stilmittel, die du kennen solltest

Autor: Meet Your Master
10 Stilmittel, die du kennen solltest
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Rhetorische Mittel machen eine Sprache lebendig und verleihen Aussagen den nötigen Nachdruck. Oft ist dir sicher nicht bewusst, dass du Stilmittel in deinem alltäglichen Sprachgebrauch verwendest. In diesem Artikel findest du zehn Beispiele und ihre Anwendungsgebiete.

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Was sind Stilmittel?

Stilmittel werden auch als rhetorische Mittel bezeichnet und sind sprachliche Ausdrucksmittel, die bewusst oder unbewusst eingesetzt werden. Sie weichen vom alltäglichen Sprachgebrauch ab und dienen zur Betonung und Veranschaulichung oder auch zum Erzeugen von Spannung. Du findest sie in Texten aller Art, öffentlichen Reden, in der Werbung und mit Sicherheit auch in deinem eigenen Sprachgebrauch. Daher solltest du einige Stilmittel am besten auch beim Namen kennen.

1. Alliteration

Die Alliteration zählt zu den sogenannten Klangfiguren und ist eines der beliebtesten Stilmittel. Sie besteht aus mindestens zwei aufeinanderfolgenden Worten, die mit demselben Anfangslaut beginnen.

Dabei kann es sich um denselben Buchstaben handeln, es muss aber nicht zwingend so sein: Der bärtige Berliner Bernd ist genauso eine Alliteration wie die kecke Krankenschwester Corinna. Es kann aber auch eine Konjunktion (wie etwa ein und) zwischen den Worten stehen. Weitere Beispiele für Alliterationen sind:

Bei Wind und Wetter…

Damit das klipp und klar ist…

Der komische Clown….

Wir Wiener Waschweiber…

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2. Anapher

Wiederholen sich die Worte von zwei aufeinanderfolgenden Satz- oder Versanfängen, dann spricht man von einer Anapher. Es handelt sich also um eine rhetorische Stilfigur der Wiederholung. Das Gesagte oder Geschriebene wird verstärkt:

Ich wünsche mir mehr Menschlichkeit! Ich wünsche mir mehr Toleranz!

Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll’. (Goethe)

Das Leben ist schön, das Leben ist gut.

Deinetwegen kann ich nicht mehr schlafen! Deinetwegen kann ich nicht mehr essen!

3. Hyperbel

Dieses Stilmittel haben wir alle schon einmal benutzt, denn bei der Hyperbel handelt es sich um eine starke Übertreibung. Sie tritt häufig innerhalb von Metaphern oder Vergleichen auf:

Du hast mich tausendmal belogen!

Ich musste wegen euch einen ganzen Berg Geschirr waschen.

Ich saß in einem Meer von Tränen.

Die bewegen sich doch im Schneckentempo voran.

4. Oxymoron

Das Oxymoron ist vermutlich das liebste Stilmittel der Deutschen, denn hier handelt es sich um Wortzusammensetzungen (auch Kompositum genannt) von zwei gegensätzlichen Wörtern, die oft etwas ganz anderes meinen. Bereits die griechische Herkunft des Begriffs weist darauf hin: „Oxys“ bedeutet „scharf“, während sich „moros“ mit „stumpf“ übersetzen lässt. Ein gutes Beispiel für ein Oxymoron ist etwa dieser bekannte Vers eines unbekannten Autors:

Dunkel war’s, der Mond schien helle

Schneebedeckt die grüne Flur

Als ein Wagen blitzesschnelle

Langsam um die Ecke fuhr.

Weitere Oxymora wären: bittersüß, alter Knabe, stummer Schrei, Hassliebe, offenes Geheimnis.

5. Euphemismus

Der Euphemismus wird vor allem in der Alltagssprache verwendet. Er beschönigt und umschreibt Unangenehmes. Meist wird er zum Beispiel eingesetzt, um seine Anteilnahme auszudrücken oder Tabuthemen zu umschiffen, anstatt sie offen auszusprechen, wie etwa in diesen Beispielen:

Sie ist von uns gegangen. (Wenn jemand verstorben ist.)

Der heutige Abend ist etwas suboptimal verlaufen. (Der Abend war eine Katastrophe.)

Wir mussten die Preise anpassen. (Die Preise wurden erhöht.)

Hier haben wir einige Kundeninformationen für Sie. (Das ist unsere Werbung.)

6. Metapher

Eines der bekanntesten Stilmittel ist die Metapher. Sie hilft dir, einen indirekten Vergleich zu ziehen, indem sie zwei Begriffe gleichsetzt, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Bei einer Metapher handelt es sich also nicht um einen Vergleich, so wäre etwa „Hier stinkt es ja wie im Pumakäfig“ keine Metapher. Zur Verdeutlichung findest du hier einige Metaphern:

Da habe ich den Nagel auf den Kopf getroffen.

Er hat mir das Herz gebrochen.

Bei meinem Konzert blickte ich auf ein Meer von Menschen.

Du suchst mal wieder die Nadel im Heuhaufen.

7. Tautologie

Tautologie ist auch unter dem Begriff Pleonasmus bekannt. Dieses Stilmittel dient der Betonung und Steigerung, indem zwei inhaltlich ähnliche Wörter kombiniert werden. Zum Beispiel:

Das macht mir Angst und Bange.

Ich mache es kurz und knapp.

Ich liebe dich für immer und ewig.

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8. Rhetorische Frage

Auch die rhetorische Frage ist eine eigene Stilfigur, die sich sowohl in geschriebenen Texten aller Textgattungen als auch im alltäglichen Sprachgebrauch wiederfindet. Der Sprecher erwartet auf eine rhetorische Frage grundsätzlich keine Antwort. Sie kann provozieren und erhöht in jedem Fall die Aufmerksamkeit des Gegenübers, wie in den folgenden Beispielen:

Worauf wartest du noch?

Hältst du mich etwa für blöde?

Wer ist schon perfekt?

Findest du dein Verhalten etwa angemessen?

9. Neologismus

Die deutsche Sprache eignet sich perfekt für Neologismen, also Wortneuschöpfungen. Dieses Stilmittel kommt besonders in der Werbebranche zum Einsatz, indem man völlig neue Wörter bildet, die aber dennoch jeder verstehen kann. Die Marke Coca Cola bezeichnete ihre PET-Flaschen zum Beispiel einst als unkaputtbar. Eigentlich müsste es unzerbrechlich heißen, der Neologismus bleibt Konsumenten aber eher im Kopf und Ohr.

Wer Wortspiele und Wortwitz mag, der ist mit Neologismen ebenfalls gut bedient. Viele bekannte Komiker lassen die eine oder andere witzige Wortschöpfung in ihr Programm einfließen und belustigen damit ihr Publikum. Weitere bekannte Beispiele für Neologismen sind etwa:

Keinohrhasen und Zweiohrküken (zwei der bekanntesten Filme von Til Schweiger)

Die Waschcreme reinigt deine Haut porentief.

Lass mich das mal googeln.

Aus dem Leben eines Taugenichts.

10. Parallelismus

Bei diesem Stilmittel ähneln sich mindestens zwei aufeinanderfolgende Sätze im Satzaufbau, sie stehen also parallel zueinander. Du findest Parallelismus in vielen Gedichten, aber auch in anderen Sätzen und Zusammenhängen, wie etwa hier:

Der Teller ist leer, der Bauch ist voll.

Der Vogel fliegt, der Fisch schwimmt, der Mensch geht.

Die Tasse bricht, die Mutter flucht.

Heute back ich, morgen brau’ ich…

Es gibt noch etliche weitere Stilmittel, die hier nicht berücksichtigt wurden. Mit den Obigen verfügst du über eine gute erste Basis. Besonders wenn du viel mit Worten arbeitest, kannst du rhetorische Mittel nutzen, um deine Texte oder Reden aufzuwerten und interessanter zu gestalten. Autor/-innen, Politiker/-innen oder auch Unternehmer/-innen setzen sie bereits gewinnbringend für sich ein.

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